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Tausende Besucher beim Fiegerfest

Fallschirmspringer schweben über den Köpfen der Zuschauer ein, Jets ziehen pfeilschnell vorbei, ein Hubschrauberpilot lädt zu Rundflügen ein: Trotz des mäßigen Wetters kommen Tausende zum Flugtag.


Das Flugzeug schraubt sich senkrecht hoch, bleibt in der Luft stehen, kippt über die rechte Tragfläche ab, stürzt in die Tiefe, fängt sich wieder. "Jetzt dreht es sich um alle drei Achsen zugleich", spricht Hans-Dieter Schlipf vom Luftsportverband ins Mikrophon. "Susi fliegt den Lomcovák."

Tausende Besucher recken die Hälse, schauen der Schweizer Kunstfliegerin Susanne Vogelsang am Himmel über Hall zu. Bevor es zu Genickstarren kommt, endet die Vorführung. Der nächste ist dran. Zu sehen sind Fallschirmspringer, Segelflieger mit Loopings, Modellflieger, Motordrachen.

Faszination Fliegen: Uwe Schmidt aus Vellberg steigt aus einem Flugzeug, das am Boden steht. "Der Pilot Max Illig hat mir gerade erklärt, was man alles beim Fliegen beachten muss. Wahnsinn." Selbst einmal ein Flugzeug zu steuern, das "wäre der absolute Traum", sagt der 53-Jährige. Er bleibt am Vatertag am Boden, lässt sich aber von der Fliegerei faszinieren.

Anwohner stören sich am Fluglärm und der Flugschau. Tage vor dem Start des Events trudelt ein Leserbrief bei der Redaktion ein. Der Tenor: zu laut, zu schädlich, einfach unnütz. Doch es gibt Menschen, für die sind Motorengeräusche Musik in den Ohren. Zu ihnen zählt Jürgen Elser. Aus Backnang ist er mit Frau und Sohn angereist, um die Schau zu sehen. "Ich bin ein richtiger Fliegerfan. Ich bin überrascht, wie viel hier geboten ist."

Einige andere sind es nicht, denn letztes Mal war viel mehr am Himmel los. "Wir haben ganz bewusst darauf verzichtet, wieder ein Mega-Ereignis daraus zu machen und viele Kunstflieger von außerhalb einzukaufen", erläutert Jürgen Weller vom Luftsportverband. Jetzt zeigen die eigenen Piloten des 600 Mitglieder starken Verbands ihre Flugzeuge und ihr Können. Ein Flugtag "Made in Schwäbisch Hall". Weller: "Wir wollten wieder etwas runterkommen, ein familiäres Ereignis daraus machen. Daher wurde der Flugtag vom Airport nach Weckrieden verlegt." Normalerweise würde die Schau alle zwei Jahre ausgerichtet, dieses Mal lag aber ein Jahr mehr dazwischen - ohne speziellen Grund. Die Verlegung des Veranstaltungsorts habe einen Vorteil: Zuschauer blicken nicht gegen die Sonne, um die Luftakrobaten zu sehen, sondern haben die Sonne im Rücken.

Die zeigte sich gestern allerdings gar nicht. "Klappen Sie die Schirme wieder zusammen", fordert Moderator Hans-Dieter Schlipf die Zuschauer auf. Der Wettergott solle nicht sehen, dass die Besucher geschützt sind, um es dann umso stärker regnen zu lassen. Tatsächlich lässt der Regen nach und Reiner Strobel zieht sich seine lederne Fliegermütze auf. In einem Grunau-Baby, einem Segelflieger aus dem Jahr 1953, will er sich - von einem Sportflugzeug gezogen - auf den Weg in die Lüfte machen. Seine Augen leuchten auf, als er von seinem bevorstehenden Flug erzählt. Der werde toll, auch wenn er in fünf Minuten schon wieder am Boden sei.


Quelle: Haller Tagblatt


 




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